31.01.2012
Gute Arbeit – Faire Löhne für Mindestlöhne – Gegen Leiharbeit
Unter diesem Motto hat der Bezirksleiter der IG Metall Frankfurt, Armin Schild, auf Einladung von Klaus Uebe und Andreas Trägler, die eine engere Zusammenarbeit der SPD mit den Gewerkschaften in Darmstadt wünschen, im gut gefüllten Heiner-Lehr-Zentrum am 25. Januar 2012 Rede und Antwort gestanden.
Fast 1 Million Leiharbeiter!
In Deutschland gibt es mittlerweile fast 1 Million Leiharbeiter. Manche Firmen beschäftigen ausschließlich nur noch Leiharbeiter. Armin Schild erläuterte dies an einem Beispiel einer Fleischerei im Saarland mit 300 Beschäftigten. Bei einer Eisengießerei in Hessen mit mehr als 4.000 Beschäftigten sind 25 % Leiharbeiter. Sie erhalten im Durchschnitt einen Bruttostundenlohn von € 11,00. Für diese körperlich sehr schwere Arbeit ist dies allerdings viel zu gering. Andere Leiharbeiter verdienen dort noch weniger. Der Betrieb staffelt die Niedriglöhne unter anderem nach Betriebszugehörigkeit. 30 % der dort arbeitenden Leiharbeiter werden zwischen 6 und 8 Jahren dort beschäftigt ohne eine Chance, aus dem Leiharbeitsverhältnis in ein unbefristetes Normalarbeitsverhältnis übernommen zu werden.
Leiharbeit schlecht für den Binnenmarkt!
Weiterhin erläuterte der gelernte Werkzeugmacher und auf dem 2. Bildungsweg studierte Pädagoge Schild, dass das Prinzip der Leiharbeit sich auf die Markt -, Wirtschafts-, und Sozialsituation negativ auswirkt, die Menschen arbeiten auf Niedriglohnbasis. Leiharbeit ist schlechte Arbeit. Viele Menschen haben aber keine andere Wahl und nehmen auch diese Arbeit an, da sie sonst beschäftigungslos wären. Leiharbeiter sind stark benachteiligt, nicht nur im Beruf, sondern auch im privaten Bereich. Viele Banken betrachten sie aufgrund des geringen und unsicheren Einkommens als kreditunwürdig. 50 % der Leiharbeiter sind 32 Jahre alt und jünger.
Jugendliche brauchen eine Perspektive!
Auch für Jugendliche ist dies kein gutes Beispiel. Jugendliche brauchen eine Perspektive. Aber Leiharbeit bietet keine, sondern nur Beschäftigung auf Abruf. Die AfA und die SPD Darmstadt fordern, dass für jeden Arbeitnehmer ein gesichertes Alterseinkommen gewährleistet sein muss. Nur Arbeit, von der man auch leben kann, ist gute Arbeit.
Klaus Uebe
Vorsitzender der SPD Darmstadt
Andreas Trägler
Vorsitzender der AfA Darmstadt